Der Oktober gilt seit dem Mittelalter als Rosenkranzmonat und ist - wie der Mai - als Marienmonat, der Gottesmutter Maria geweiht. Der Rosenkranz, vom Spätmittelalter bis in unsere Zeit eine Gebetsform für einzelne und Gruppen, hat sich aus alten Mariengebeten (capelletum Mariae, psalterium - , rosarium -, sertum ) entwickelt. Die Verbindung einer Gebetsschnur mit 15 "Vater-unser", 15x10 "Ave-Maria" und 15 "Ehre sei dem Vater", womit die Betrachtung von 15 Geheimnissen ("Gesätzen") des Jesusgeschehens verbunden ist (= ganzer Rosenkranz - im Gegensatz zum Rosenkranz mit 5 Zehnern mit je 5 Geheimnissen) wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch den Kölner Dominikanerprior J. Sprenger zur Grundlage des Rosenkranzes gemacht. 1475 gründete er in Köln die erste Rosenkranzbruderschaft. Papst Sixtus IV. (1471-1484) empfahl 1478 den Rosenkranz, dessen 15 Geheimnisse (freudenreicher, schmerzhafter und glorreicher Rosenkranz) seit 1483 bis heute im wesentlichen gleichgeblieben sind. Legendarisch setzte sich die Meinung durch, der hl. Dominikus habe aus der Hand der Gottesmutter den Rosenkranz empfangen und sei Urheber der Rosenkranzbruderschaften. Die Dominikaner betreuen seit jeher das Rosenkranzgebet besonders. Der Sieg über die Türken in der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 wurde wesentlich dem Rosenkranz zugeschrieben, denn zur Zeit der Schlacht beteten in Rom die Rosenkranzbruderschaften um einen Sieg. Pius V. (1566-1572) gestattete 1573 allen Kirchen mit eigenem Rosenkranzaltar ein Rosenkranzfest am ersten Sonntag im Oktober. 1716, nach dem Sieg über die Türken bei Peterwardein wurde das Fest durch Clemens XI. (1700-1721) auf die gesamte Kirche ausgedehnt. Leo XIII. (1878-1903) ordnete für den Oktober eines jeden Jahres das tägliche Rosenkranzgebet an, und Pius X. (1903-1914) schließlich legte das Rosenkranzfest wieder auf sein ursprüngliches Datum, den 7. Oktober, zurück. Heute ist es ein gebotener Gedenktag. Den Rosenkranz in traditioneller Form als Gebetsschnur - es gibt ihn auch als Rosenkranz-Gebetsring - existiert in unzählig unterschiedlichen Ausführungen, die nach dem Zeitgeschmack variieren. Zahlreiche Ordensleute tragen einen Rosenkranz an ihrem Gürtel. Der Papst schenkt seinen Besuchern Rosenkränze mit einem Kreuz, das das Kreuz seines Bischofsstabes wiedergibt.
Geschichtliches:
Perlenschnüre zum Abzählen von Gebeten sind in allen Weltreligionen bekannt. Im Christentum hat es Gebetsschnüre ("Pater-noster-Schnüre") mindestens seit dem 12./13. Jahrhundert gegeben, wie der Berufsstand der "Pater-noster-Macher" im 13. Jahrhundert in ganz Europa beweist.
Gott ist Liebe !
Seit einigen Jahren wächst die Freundschaft zwischen Indien und Diekirch. Die verschiedenen Projekte, die von den Erstkommunion-kindern unterstützt wurden, haben eine freudige Dankbarkeit in vielen Herzen wachsen lassen.
Die finanzielle Not und Hoffnungslosigkeit der Kleinbauern in Indien hatte bereits 2007/08 eine Welle von Selbstmorden ausgelöst. Hunderttausende von Waisenkindern sind zurückgeblieben. Hunger, Armut emotionale Verwahrlosung, körperliche Ausbeutung wären normalerweise deren Los. Amma, eine mütterliche Frau mit einem grossen Herzen, „ein Geschenk Gottes an die Menschheit“ wie der Bischof der Thomaskirche in Kerala sie nennt, hat mit ihrer karitativen Organisation 100.000 Kindern aus diesen betroffenen Gebieten eine bessere Zukunft versprochen. Dieses Jahr wurden bereits 30.000 Kinder in Schulen und Waisenhäusern untergebracht und durch internationale Spenden mit allem Lebensnotwendigen versorgt. Mit Freude und Dankbarkeit können wir berichten, dass 80 davon mit Spenden der Erstkommunionkinder vom letzten Jahr unterstützt werden. Zwischen Diekirch und Indien besteht das Band des Mitgefühls, von dem Jesus sagt: was ihr dem geringsten meiner Brüder getan hat, das habt ihr mir getan. Im Namen von Dignity, der Partnerorganisation, bedanke ich mich, für die Bereitschaft, an diesem Band weiter zu knüpfen.
Yvonne Lanners