Instandsetzung der Dekanatskirche

 

 

Zweifelsfrei bedarf die Dekanatskirche der Stadt Diekirch einer gründlichen Generalüberholung, sowohl außen als auch innen. Alle Befürchtungen, das 142 Jahre alte Gotteshaus sei einsturzgefährdet, haben sich letztendlich als unbegründet erwiesen. Erfahrene Statiker, die üblicherweise die bekannten gotischen Kathedralen Frankreichs begutachten, schlussfolgern, dass die Sankt Laurentius Kirche die nächsten 50 Jahre mit Sicherheit unbeschadet überstehen wird. Es lohnt sich demnach – und alle im Gemeinderat vertretenen politischen Parteien sind in diesem Punkte einer Meinung – den Sakralbau zu erhalten und die Sanierung des Baukörpers einerseits und die Instandsetzung des Innenraums andererseits anzugehen.

AUSSEN:

Die Sanierung des Baukörpers beinhaltet die teilweise Ausbesserung des Dachstuhls, einige Binder müssen ersetzt, andere ergänzt werden. Des Weiteren gilt es durch Fundamentverformung über Baugrundberg entstandene Setzungsrisse und Bruchstellen der Tragwände zu füllen bzw. zu verpressen und die Tragwände durch Vernadelung oder Verspannung fachgerecht zu verstärken. Dann ist das gesamte Dach neu einzudecken, denn korrodierte Nägel bewirken bereits, dass Schieferplatten sich vermehrt lösen. Alle Fenster der Kirche sollen zum Schutz und zur Wärmedämmung mit klaren und nicht spiegelnden Vorsatzverglasungen versehen werden. Ferner ist eine Wärmedämmung des Dachstuhls von Nöten. Zu diesem Zweck wird eine feuerfeste Cellulosedämmung offen auf den Dachboden eingeblasen. Abschließend wird der Außenanstrich auf dem bestehenden Verputz erneuert. All diese Arbeiten sind bereits vom Gemeinderat genehmigt und werden demnächst zur Ausschreibung frei gegeben.

INNEN:

Parallel zu den Arbeiten an Mauerwerk und Dachaufbau soll ebenfalls die Instandsetzung des trostlosen Innenraums, der keinesfalls einer zeitgenössischen Liturgie und gemeinschaftlichen Gottesdiensten förderlich ist, verwirklicht werden. Der Schöffenrat hat in enger Zusammenarbeit mit der Kirchenfabrik ein Konzept erarbeitet, das gezwungenermaßen dem engen finanziellen Spielraum der Gemeinde Rechnung trägt und dennoch ein freundliches religiöses Ambiente schafft, das eine moderne liturgische Funktionalität gewährleistet. Das Konzept verzichtet auf kostspielige Um- und Neubauten innerhalb des Kirchenraumes und setzt vorrangig auf farbliche Umgestaltung sowie auf Erneuerung der Beschallungs- und Beleuchtungstechnik. Die Leitlinien dieses Konzeptes werden dem Gemeinderat zur Begutachtung in der nächsten Sitzung am 20. Oktober 2010 unterbreitet werden.

ORGEL:

Am 28 April 2010 hat Manfred SCHWARTZ seines Zeichens anerkannter Orgelexperte, die Orgel der Dekanatskirche begutachtet. Nach ausführlicher Analyse kommt SCHWARTZ zu folgender Beurteilung:

  1. Die Orgel ist in einem sehr schlechten Zustand. Nicht zuletzt weist sie gravierende Sicherheitsmängel (u.a. Brandgefahr!) auf. Sie ist eigentlich nicht mehr bespielbar.
  2. Die Orgel ist mehrmals unsachgemäß ergänzt und überholt worden. Es gibt sehr wenig historisch wertvolles und erhaltenswertes Material.
  3. Es lohnt sich also nicht, die bestehende Orgel zu sanieren bzw. zu restaurieren und der Bau einer neuen Orgel ist die einzige gangbare Lösung, dies sowohl vom finanziellen als auch vom liturgisch-musikalischen Standpunkt.
  4. Die Klangqualität des Kirchenraumes ist dank dessen symmetrischer und zurückhaltender Gestaltung hervorragend. Nur dieser bemerkenswerten Eigen­schaft – und dem herausragenden Können des Titularorganisten, Herrn Maurice CLEMENT – ist es zu verdanken, dass die agonisierende Orgel zurzeit noch einigermaßen raumfüllende Klänge von sich zu geben imstande ist.

Der neu gegründete „Uergelbauveräin Dikrich“ ist im Begriff ein Konzept für eine neue Orgel auszuarbeiten (1. Begleitprojekt). Das neue Instrument muss in die umgestaltete Innenarchitektur passen und den Klangeigenschaften des Kirchenraums gerecht werden. Kirchenfabrik, Schöffenrat, Gesangvereine und die „Amis de l’Orgue Diekirch“ sind im „Uergelbauveräin“ vertreten und beteiligen sich tatkräftig an den Planungs­arbeiten.

PHOTOVOLTAIK:

Als 2. Begleitprojekt versteht sich der Vorschlag, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Kirche zu installieren. Wohlverstanden handelt es sich hier lediglich um das Dach des südlichen Seitenschiffes. Gemeinde und Kirche sollen durchaus mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Verwendung von erneuerbaren Energiequellen unterstützen. Ein externer Fachbetrieb wird die Anlage planen, bauen und betreiben. Die Bewohner der Stadt Diekirch und Umgebung hätten die Möglichkeit sich auf partizipativer Grundlage finanziell an der Anlage zu beteiligen.

Die Einzelheiten der Innenarbeiten und der 2 Begleitprojekte werden zu gegebenem Zeitpunkt der Öffentlichkeit vorgestellt werden.